Das „Grüne Licht“ vom Arzt

Im Winter geht es darum, eine gute Grundlage an einem hohen Volumen und viele Trainingseinheiten zu schaffen und weniger darum, jetzt schon mit harten Tempoeinheiten anzufangen. Um zu schauen, wie mein Körper auf die letzten vier Trainingswochen reagiert hat, war ich die letzten zwei Tage am Institut für angewandte Trainingswissenschaften in Leipzig. Dort wurde ich nicht nur körperlich unter Belastungen getestet, sondern auch medizinisch gecheckt, ob mein Körper weiterhin leistungssporttauglich ist. Diese Bescheinigung benötigt jeder Sportler, wenn internationale Starts anstehen.
Mir wurde morgens Blut abgenommen, mein Gewicht gemessen und orthopädisch nach möglichen Baustellen geschaut. Nichts war auffällig und somit ging es zu einem ersten Test in die Schwimmhalle. Auf dem Programm standen 50m „All out“ und 4x 400m progressiv. Das bedeutet, den ersten 400er am langsamsten schwimmen und den letzten Vollgas „All out“. Vor jedem und nach jedem Durchgang wurde Blut am Ohr abgenommen, um die Laktat-Werte zu messen. Insgesamt bin ich zufrieden mit den Werten für den jetzigen Stand an Training. Nach dem Test ging es nach einer kurzen Mittagspause zum VO2max-Test beim Laufen (Messung der Sauerstoffaufnahme bei max. Leistung). Bei diesem Test musste ich bis zur Endbelastung gehen. Hier hatte ich ähnliche Werte wie im letzten Jahr. Erst war ich etwas enttäuscht, da keine große Steigerung zu sehen war, allerdings muss man beachten, dass ich letztes Jahr zu diesem Zeitpunkt schon drei Monate trainiert hatte und jetzt erst seit vier Wochen wieder im Training war.
Am zweiten Tag sind wir mit einem Radstufen- und VO2max Test eingestiegen. Den Stufen-Test kannte ich aus dem letzten Jahr, doch der VO2max Test war mir neu. Fazit: war ganz schön anstrengend und schwitzig. Der letzte Test war ein Stufen-Test auf dem Laufband, bei dem ich 4x 2000m progressiv laufen musste. Hier wurde die anaerobe Schwelle ermittelt, also ca. das Tempo, was ich bei einem Triathlon hinten drauf laufe. Nach den Tests am Vortag und den Tests am Morgen waren die Beine gut angestrengt und die Vorbelastung war deutlich spürbar. Allerdings war es der letzte Test und jetzt hieß es noch einmal die Zähne zusammenbeißen und abliefern. Das Gefühl war gut und ich bin insgesamt zufrieden. Doch was nützen mir nun die Werte?
Der Nutzen hinter all diesen Tests und den daraus resultierenden Werten liegt darin, dass jetzt das Training neu reguliert werden kann. Meine Trainer nutzen diese Daten als Trainingssteuerung und können besser analysieren, ob ich noch etwas länger Grundlage trainieren soll oder schon in die ersten Tempoeinheiten einsteigen kann. Ich bin aufjedenfall erst einmal gut bedient und meine Beine und Arme brauchen ein paar Tage zum Regenerieren.