Indoor WM London April 2024

Nun ist es bereits mehr als eine Woche her, dass ich bei den Indoor-Weltmeisterschaften organisiert von Superleague in London gestartet bin. Zurückblickend kann ich den Wettkampf und das Ganze drumherum viel besser einordnen und sagen, dass es die Erfahrung wert war. Am Renntag selbst war ich eher zwiegespalten. Ich war seit Wochen aufgeregt und vor allem angespannt. Ich wusste nicht genau, woher diese Anspannung kam, doch sie zog sehr viel Energie und ich haderte mit mir. Ich versuchte alles auszublenden und mich ganz auf mich und das besondere Rennen zu fokussieren, doch das gelang mir nur teilweise. Mein Start war am Vormittag. Ich war im dritten Vorlauf, also in der letzten Gruppe der Mädels. Gestartet wurde gleichzeitig.
Nach dem 200 m Schwimmen habe ich versucht, mich auf die Wechsel zu konzentrieren. Das hat auch gut funktioniert. Auf dem Rad habe ich gelitten. Auf einen Bildschirm zu starren, wo ich mich selbst als Figur sehe, doch eben nur virtuell ist etwas komplett anderes als im echten Triathlon. Ich muss sagen, dass ich das virtuelle Ding immer noch nicht liebgewonnen habe. Nach den sich sehr lang angefühlten 4 km auf dem Rad ging es auf das Curve-Laufband. Ein Laufband, auf dem du dich selbst beschleunigen musst. Das heißt, du drückst keinen Knopf und es wird schneller, sondern indem du den Fuß weiter vorne aufsetzt, beschleunigst du. Dabei musste ich mich sehr darauf fokussieren, dass ich nicht hinten wieder runterfliege, wenn ich zu viel beschleunigt habe und dann das Tempo nicht halten konnte. Koordination plus Gleichgewicht unter einen Hut zu bekommen, nachdem ich bereits all out geschwommen und Rad gefahren bin, war auf jeden Fall schwierig. Allgemein hatte ich leider nicht meine gewohnten Laufbeine und konnte somit leider nicht meine Laufstärke ausspielen.
Nach dem ersten Durchlauf hatten wir fünf Minuten Pause, in der wir unser Rad neu einstellen, die Laufschuhe wieder richtig präparieren und die Badekappe und Schwimmbrille wieder aufziehen mussten. Kurz durchatmen und dann wurde im Jagdstart gestartet, das heißt, dass die Zweitschnellste aus dem ersten Lauf als Erstes wieder ins Wasser springen durfte, gefolgt von den Zeitzweitschnellsten. Gefühlt bin ich im zweiten Durchlauf besser in meinen Rhythmus gekommen und konnte mich besser auf mich und mein Rennen konzentrieren, allerdings hat mich irgendwann die Kraft verlassen und in der zweiten Hälfte auf dem Rad hatte ich sehr zu kämpfen. Der 1-km-Lauf am Ende hat mir den Rest gegeben. Ich konnte gar nicht mehr und der 1 km hat sich auf dem Laufband angefühlt wie ein Marathon. Ich war sehr glücklich, als ich fertig war, zugleich aber auch enttäuscht, weil ich meine Lauf- und Radleistung nicht wirklich abrufen konnte, die ich in den letzten Trainingswochen gezeigt hatte.
Ich war sehr dankbar darüber, dass ein Teil meiner Familie mit angereist war und mein Freund und seine Familie da waren, die mich mental auf jeden Fall gut aufgebaut haben. Jetzt, nach ein paar Tagen, kann ich ein Fazit ziehen. Wir sind dort angereist, um Punkte zu holen, und das habe ich mit einem 16. Platz bei der Indoor-Weltmeisterschaft erreicht. Gleichzeit war es ein großes Erlebnis, einmal gegen Weltklasse-Athleten zu starten und sich einzuordnen, wo ich aktuell stehe. Ich weiß, dass da noch Luft nach oben ist und ich weiterhin an den Schwächen arbeiten muss, doch genau dafür sind solche Wettkämpfe da.
Abschließend kann ich sagen, dass mein erster Wettkampf in der Saison 2024 mit Punkten und Luft nach oben gestartet ist. Jetzt heißt es drei Wochen konstant in der Schweiz trainieren, bevor es nach Caorle zum nächsten internationalen Rennen geht.